Energieeffizienz

Wer Energie spart, wird mehrfach belohnt

Von Nadine Effert · 2018

Energieeffizient Bauen ist heutzutage Usus. Doch wie sieht es mit Häusern älteren Semesters aus? Hier schlummert immenses Potenzial – zum Sparen von Energie, Kosten, CO2-Emissionen und Steuern.

Ist von der Energiewende und der «Energiestrategie 2050» die Rede, denken viele zuerst an den Ausbau erneuerbarer Energien. Der Gedanke ist natürlich nicht falsch: Denn obwohl laut EnergieSchweiz bereits über 60 Prozent des Schweizer Stroms aus erneuerbaren Energiequellen generiert wird, sind es im Bereich der Mobilität und Wärme gerade einmal rund 22 Prozent.
Doch gibt es laut Experten einen wichtigeren Aspekt, der für das Gelingen der Energiewende relevant ist: die Steigerung der Energieeffizienz – und zwar in Gebäuden. Nicht ohne Grund,
denn der Gebäudepark ist landesweit für über 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich. Mit dem neuen Energiegesetz, das zu Beginn des Jahres in Kraft getreten ist,
soll das Ruder herumgerissen und Energiereduktionen in bestehenden Gebäuden vorangetrieben werden. Beim hohen Energieverbrauch eine prominente Rolle spielt das Heizen. Aber auch Warmwasser, Klima- und Belüftungsanlagen sowie Energieverluste durch schlechte Isolierung sind relevant. Das Potenzial für Energiereduktion ist immens: Je nach Investition sind Energieeinsparungen im zweistelligen Prozentbereich möglich. Doch worin investieren?
Ob hocheffiziente Heizsysteme, smarte Thermostate, Wärmepumpen, Dämmung, neue Fenster oder Photovoltaikanlage auf dem Dach – Fakt ist: die Kosten amortisieren sich in der Regel für Eigentümer relativ rasch. Da genügt ein Blick auf die monatliche Rechnung, etwa für Strom.
Über die Ausstattung des Eigenheims mit effizienter Gebäudetechnik freut sich jedoch nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt dank der CO2-Einsparungen. Damit nicht genug:
Mit der totalrevidierten Liegenschaftsverordnung, die am 1. Januar 2020 in Kraft tritt,
hat der Bundesrat vor Kurzem neue Steuerbezüge für Hausbesitzer geschafft, die energiesparende Gebäudesanierungen oder Neubauten durchführen. Konkret bedeutet das, dass die Auslagen für energiesparende Investitionen und Rückbaukosten auf drei aufeinanderfolgende Steuerperioden verteilt werden können, sofern sie im Jahr, in dem sie entstanden sind, steuerlich nicht vollständig geltend gemacht werden können. Wird die steuerliche Förderung auch im kantonalen Recht verankert, sind die bundesrechtlichen Vorgaben massgebend.