Bauen 4.0

Vom Doppelklick zur Maurerkelle

Von Frank Wagner · 2018

Vom Computer entworfene Modelle, intelligente Haustechnik, Roboter als Hausmeister: Auch in der Bauwirtschaft wird die Digitalisierung eine zunehmend grössere Rolle spielen.

Bauen wird immer digitaler: Modelle entstehen meist per computer-aided Design (CAD) in 3D-Grafik, und die Weiterentwicklung zum Building Information Modeling (BIM) ermöglicht allen Beteiligten jederzeit einen synchronisierten Zugriff auf sämtliche Projektinformationen,
was Missverständnisse vorbeugt. Im fertigen Haus kann BIM dann, ähnlich wie beim Smart-Home, auch im Gebäudemanagement eingesetzt werden. Das Potenzial solcher grundlegender Trends und weiterer digitaler Themen, wie etwa der Einsatz von Drohnen oder Robotern zur Gebäudereinigung, wird von der Bauwirtschaft grundsätzlich erkannt. Das zeigen spezielle Kongresse oder digitale Schwerpunkte auf grossen Messen wie der Swissbau 2018. Baubranche hinkt beim Thema hinterher Andererseits zeigte eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (2017),
dass die Baubranche beim Thema Digitalisierung anderen Wirtschaftszweigen deutlich hinterherhinkt. Der entsprechende Investitionsanteil lag hier zuletzt nur bei durchschnittlich elf Prozent, ohne positive Tendenz. Meist aufgrund fehlender Qualifikationen oder aus Kostengründen verzögern viele Betriebe den nächsten Digitalisierungsschritt. Immerhin nutzen laut der
ETHZ-Studie 67 Prozent der relevanten Unternehmen CAD. Zu BIM finden sich hier keine konkreten Zahlen, bei grossen Bauvorhaben ist es jedoch bereits obligatorisch, im Norden der Schweiz sogar vorgeschrieben. Der Schweizer Ingenieursverband Usic stellte im September 2017 jedoch fest: «(…) im sehr dynamischen Software-Bereich zum Thema BIM (…) sind nur sehr vereinzelt Firmen aus der Schweiz präsent.» Noch verzögern individuelle Vorbehalte oder eine suboptimale Infrastruktur die flächendeckende Digitalisierung. Aber letztlich ist der Trend auch in Baubranche unumkehrbar – wohl dem, der nun auch handelt.