Eigenheim

Traumhaus fürs Leben

Von Tobias Lemser · 2018

Wer sein Eigenheim neu bauen will, sollte sich fachmännische Unterstützung suchen.

Eigenheime finden schweizweit immer mehr Anklang. Wer sich für einen Neubau entscheidet, braucht jedoch nicht nur Geld, sondern auch Energie, Geduld und Fachwissen – notfalls vom Bauherrenberater.

Wer träumt nicht davon: Nie wieder Miete zahlen, nicht auf andere Hausbewohner Rücksicht nehmen müssen und gleichzeitig Altersvorsorge betreiben. Es gibt zahlreiche Gründe aus einer Mietwohnung auszuziehen und ein Eigenheim in Angriff zu nehmen – ein Trend, der gerade in der Deutschschweiz seit Jahren anhält und zu einer steigenden Nachfrage nach Wohn-eigentum führt. Wie der Hypothekenvermittler Moneypark in der Wohntraumstudie Schweiz 2015 herausfand, will sich ein Drittel der Bevölkerung bis 2025 ein Haus oder eine Wohnung leisten. 

Stadt punktet gegenüber Land

Wer nun denkt, die meisten der mehr als 500 Befragten sehnen sich nach einem Haus auf dem Land – fernab vom städtischen Treiben – irrt. Zählt man die Agglomeration dazu, so wollen 71 Prozent der Befragten in einem städtischen Umfeld leben. Bei lediglich jedem Fünften liegen das Traumhaus respektive die Traumwohnung in einem Dorf oder auf dem Land. Was den meisten am wichtigsten ist: die geografische Nähe zum Arbeitsplatz, aber auch zu Freizeit-Angeboten, wie Schwimmbad, Kino oder Café.
Wie das Eigenheim aussehen soll, ist für die meisten klar definiert: Mit gut 45 Prozent am beliebtesten ist das Einfamilienhaus – idealerweise in frei stehender Lage. Es muss allerdings kein Neubau sein, zeigt die Befragung: Wer bereits konkrete Vorstellungen von seinem Wohntraum hat, tendiert zu einer bestehenden Immobilie. 

20 Prozent der Gesamtkosten sollten Eigenkapital sein.

Wohlüberlegte Finanzierung

Egal, ob Bestandsimmobilie oder Neubau: Zünglein an der Waage, das Vorhaben in die Realität umzusetzen, ist die Finanzierung. Doch wie viel Haus und Grundstück kann ich mir überhaupt leisten? Fakt ist: Gerade wer selbst baut, muss von Beginn an ´flüssigª sein, beziehungsweise muss der Kredit angestossen sein. Denn oftmals sind bereits vor Baubeginn Vorinvestitionen nötig, wie beispielsweise für den Kauf und die Erschliessung des Grundstücks. Aber auch Baubewilligungsgebühren der Gemeinde oder Versicherungskosten können allesamt über einen Baukredit abgedeckt werden.
Generell gilt die Faustregel: 20 Prozent der Gesamtkosten sollten aus eigenen Mitteln kommen. Zudem dürfen die monatlichen Kosten ein Drittel des Monatslohns nicht übersteigen. Auch wenn Banken aktuell mit extrem niedrigen Zinsen locken – bei der Entscheidung, Pro oder Contra Eigenheim, sollte die aktuelle Zinslage keine Rolle spielen. 

Ohne Baubewilligung kein Haus

War die oftmals langwierige Suche nach einem Grundstück erfolgreich und steht die Finanzierung, beginnt für Bauherren eine Flut an Behördengängen. Beispielhaft hierfür ist die Baubewilligung, für die es kantonale Unterschiede gibt. Grundsätzlich sind in der Schweiz alle Bauten, die fest auf dem Boden stehen, bewilligungspflichtig. Um Verfahrensfehler vorzubeugen, sollten sich Bauherren direkt an die Gemeinde oder das örtliche Bauamt wenden. Sie informieren darüber, welche Bescheinigungen, Anträge und Genehmigungen für den Bau notwendig sind. 

Kompetenter Rat gefragt

Alternativ dazu können ortsansässige Architekten am besten über die gesetzlichen Bestimmungen Auskunft geben. Apropos Architekt: Spätestens jetzt sollte dieser ins Spiel kommen und die Planung übernehmen. Auch dann, wenn das Haus später durch einen Generalunternehmer erstellt wird. Unabhängig davon, wer letztlich in der Bauphase den Hut aufhat, ist es sinnvoll, zusätzlich einen Bauherrenberater zurate zu ziehen. Dieser hilft nicht nur bei der Durchsicht von Verträgen, Offerten und Plänen, sondern leistet ebenso kompetente Unterstützung bei der Bauabnahme. 
Und nicht nur das: Zudem legt er wichtige Eckwerte etwa beim Energiestandard fest. Beispiel Minergie, das sich mit mehr als 40`000 zertifizierten Bauten schweizweit als erfolgreichster Baustandard – auch aufgrund seines höheren Wohnkomforts und seiner verbesserten Werterhaltung – etabliert hat. Während etwa beim Minergie-P-Standard eine Niedrigstenergiebauweise mit optimal gedämmter Gebäudehülle vorausgesetzt wird, zeichnet der Minergie-A-Standard Neubauten aus, die nahezu keine Energie für Raumheizung, Lufterneuerung und Wassererwärmung verbrauchen. Pluspunkte, die auch morgen noch zu immensen Energiekosteneinsparungen im Traumhaus führen und daher einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge leisten können.